Frühjahrsempfang 2017 der DIE FREIEN

Zusammenarbeit stärken

Hamburg, März 2017 ● Am 27. März lud der Verband der freigemeinnützigen Krankenhäuser in Hamburg e. V., DIE FREIEN, Vertreter aus Politik, Medien, Krankenkassen und Kliniken zum alljährlichen Frühjahrsempfang in die Plangesche Villa im Heine-Park ein. 500 Jahre nachdem Martin Luther seine Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche nagelte, stand der Abend ganz im Zeichen des großen Reformators. Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks und Dirk Ahrens, Landespastor des Diakonischen Werks Hamburg, suchten gemeinsam mit gut 130 geladenen Gästen nach den Spuren des Gesundheitswesens.

„In der überkonfessionellen Zusammenarbeit sind die kirchlichen Krankenhäuser viel weiter als die sie tragenden Kirchen. Das soll nicht als überhebliche Kritik verstanden werden, aber es ist tatsächlich so, dass uns die pragmatische Zusammenarbeit leichter fällt“, sagte Jörn Wessel, Vorstandsvorsitzender DIE FREIEN. Im Hinblick auf den staatlichen Auftrag der Daseinsversorge sei zudem eine vertrauensvolle und offene Zusammenarbeit mit der Politik von Nöten.

„Auch wenn uns die politischen Vorgaben de facto zu wirtschaftlichen Konkurrenten machen, so sind letztlich wir alle diejenigen, die vor allem die stationäre Versorgung der Patienten in Hamburg und darüber hinaus sicherstellen“, so Wessel. Diese Behauptung jedoch stellt Theologe Ahrens überspitzt formuliert zur Disposition: „Ist Gesundheit nicht letztlich Gnade? Helmut Schmidt zum Beispiel. Helmut Schmidt hat zeitlebens geraucht und ist trotz allem knapp 100 Jahre alt geworden. Das widerspricht sämtlichen medizinischen Erkenntnissen. Was meinen Sie?“ Ganz auf den Wohlwollen Gottes mochte sich Ahrens dann aber doch nicht verlassen. „Ich bin froh, dass es heute noch freigemeinnützige Verbände wie DIE FREIEN gibt, die nicht komplett wirtschaftlich denken“, sagt Ahrens und unterstreicht damit gleichzeitig den Wohlfahrtsgedanken der DIE FREIEN.

In ihrem Grußwort stellte die Gesundheitssenatorin deutlich heraus, dass es ihr nicht darum gehe, „95 Thesen der Hamburgischen Krankenhauspolitik aufzustellen“. Vielmehr müssten Entscheidungen im Dialog mit den Krankenhäusern getroffen werden. Ökonomischer Druck dürfe nicht zu Lasten der Pflegequalität gehen. Im Sinne der Bedarfsgerechtigkeit forderte sie medizinischen Fortschritt und „Spezialisierung statt Generalisierung“. Im Gesundheitswesen sei man verpflichtet, sich nicht auf dem Erreichten auszuruhen, sondern nach Optimierung zu streben.