Bethesda Krankenhaus Bergedorf

70 Jahre Schwesternschaft im BKB

Die Schwesternschaft des Evangelischen Diakonievereins Berlin-Zehlendorf e.V. im Bethesda Krankenhaus Bergedorf (BKB) feiert ihr 70 jähriges Jubiläum. Seit dem 01.10.1943 sind zunächst nur weibliche und seit den 90er Jahren auch männliche Pflegekräfte des Diakonievereins im Bethesda Krankenhaus Bergedorf eine tragende Säule des Klinikbetriebes.

Die Schwesternschaft, unter der Leitung von Frau Ruthild Giesen (52), Oberin und Pflegedienstleitung, begeht das Jubiläum am 21.09.2013 mit einem Gottesdienst sowie einem offiziellen Festakt für geladene Gäste. Den Festvortrag hält Frau Dr. Ulrike Murmann Hauptpastorin und Pröpstin der Propstei Mitte-Bergedorf. Untermalt wird die Veranstaltung durch eine ganztägige Ausstellung „70 Jahre Schwesternschaft“ mit verschiedenen Exponaten und Zeitzeugnissen aus den reichhaltigen Archiven des Vereins und des BKB.

Die Schwesternschaft des Diakonievereins ist mit rund 2.000 Mitgliedern die größte evangelische Schwesternschaft in Deutschland. Als Teil einer bundesweiten Gemeinschaft arbeiten die Angehörigen der Schwesternschaft als Diakonieschwestern in verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens. Die Mitglieder verstehen ihren Beruf und ihr Leben als diakonischen Auftrag im Sinne der Lehre Jesu Christi. Im BKB ist der Diakonieverein aktuell mit 52 examinierten Diakonieschwestern /-Pflegern im Pflegedienst auf unterschiedlichen Stationen und in verschiedenen Funktionen vertreten. Der Evangelische Diakonieverein bildet jährlich bundesweit rund 500 Schülerinnen und Schüler innerhalb einer dreijährigen Ausbildung aus. Auch im BKB bildet der Diakonieverein in der Gesundheits- und Krankenpflege aus. Das BKB verfügt insgesamt über 80 Ausbildungsplätze zum Gesundheits- und Krankenpfleger/in. Die Schüler und Schülerinnen werden innerhalb einer dreijährigen, qualifizierten und komplexen Ausbildung befähigt, professionell ihren Beruf auszuüben. Der Ausbildungsbeginn an der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege Hamburg gGmbH findet jeweils am 01.02./01.04./01.08 und am 01.10. eines Jahres statt. Der Pflegedienst im BKB umfasst rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Wir sind dankbar, auf solch eine intensive, bewegende und erfolgreiche Vergangenheit zu blicken und freuen uns über die Aufgaben und Herausforderungen in der Zukunft“, so Oberin Ruthild Giesen.

Das Bethesda Krankenhaus Bergedorf blickt dabei auf eine über 157 jährige Geschichte zurück. Der 9. April 1856 gilt als Gründungstag der „Heilanstalt Bethesda“, benannt nach einem Teich nahe Jerusalem, dem heilende Wirkung zugesprochen wird. An jenem Mittwoch nahm die Hamburger Kaufmannstochter Elise Averdieck mit einer Freundin den schwindsüchtigen Weber Johannes Bachmann zur Pflege auf. Für Averdieck stand nicht nur der karitative Zweck im Vordergrund, sondern die Kombination von Krankenpflege und Diakonissenmutterhaus. Das bedeutete die optimale medizinische Versorgung der Patienten sowie die professionelle Ausbildung kompetenten Pflegepersonals. Die Organisation des Hauses beruhte auf Vorschriften des Arztes und der Grundlage des christlichen Glaubens. Die private Einrichtung wurde in erster Linie durch Spenden finanziert. Grundsätze, auf denen sich das Haus noch heute stützt. Am 10. Februar 1859 gründete Averdieck die Stiftung „Diakonissen und Heilanstalt Bethesda“, welche bis zum heutigen Tage unter dem Namen „Evangelische Stiftung Bethesda“ Trägerin des Bethesda Krankenhauses Bergedorf und damit des ältesten evangelischen Krankenhauses in Norddeutschland ist. Bethesda vergrößert sich stetig und zieht daher einige Male in Hamburg um. Nach einer Aufteilung des Bethesda Mutterhauses im April 1905, zog ein Teil der Schwesternschaft in das hanno-versche Rotenburg/Wümme und gründete das ev. luth. Diakonissenmutterhaus Rotenburg/Wümme. In Hamburg verblieben acht Schwestern und bildeten den Stamm für eine neue Gemeinschaft. Diese stand seit 1911 mit dem Evangelischen Diakonieverein Berlin Zehlendorf e.V. in engem Kontakt. Gründerin Elise Averdieck hielt bis zu ihrem Tod am 4. November 1907 zu beiden Häusern. Im zweiten Weltkrieg wurde das Bethesda in der Burgstraße in Hamburg am 25. Juli 1943 völlig zerstört. In den Wirren des Krieges traten die verbliebenen Bethesda Diakonissen am 01.10.1943 dem Diakonieverein bei. Mit dem ersten Spatenstich am 8. Mai 1952, durch die damalige Oberin Lohse, errichtete die Stiftung schließlich den Neubau des „Evangelischen Krankenhauses Bethesda“ im Glindersweg in Hamburg-Bergedorf. Die räumliche Nähe zum 1912 erbauten städtischen Allgemeinen Krankenhaus Bergedorf am Gojenberg und wirtschaftliche Überlegungen führten im Juli 2000 zur Fusion der Häuser. Das Haus wurde zu gleichen Teilen von der Evangelischen Stiftung Bethesda und dem Landesbetrieb Krankenhäuser der Stadt Hamburg getragen. Die Zusammenlegung eines staatlichen und eines privaten Krankenhauses war ein Novum in der deutschen Krankenhausgeschichte. Durch den Kauf der städtischen Anteile wurde die Stiftung im Oktober 2006 wieder alleinige Gesellschafterin des „Bethesda Krankenhaus Bergedorf“.

Das BKB ist in die Notfallversorgung täglich über 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr als Anlaufstelle bei gesundheitlichen Beschwerden aller Art einge-bunden. Hierzu stehen 332 Plan-Betten und 40 Tagesklinische Plätze zur Verfügung. Die Klinik versorgt rund 13.000 stationäre sowie ca. 14.000 ambulante Patienten pro Jahr. Ca. 700 Neu-Bergedorfer erblicken im BKB jährlich das Licht der Welt. 

Der Evangelische Diakonieverein Berlin-Zehlendorf e.V. widmet sich seit 119 Jahren deutschlandweit der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege und ist kompetenter Partner für die Aus-, Fort- und Weiterbildung in Pflege und Sozialberufen. Der Verein gehört der Diakonie Deutschland - Evangelischer Bundesverband (Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.) an und ist außerdem in gliedkirchlichen diakonischen Werken vertreten. Weitere Informationen unter: www.klinik-bergedorf.de und www.diakonieverein.de