Bethesda Kankenhaus Bergedorf

Beckenbodenzentrum des BKB besteht Überprüfung mit Bravour

Harninkontinenz, Stuhlinkontinenz und Beckenbodensenkung sind in der Gesellschaft immer noch ein Tabu-Thema. Seit Mitte 2012 werden alle Patientinnen mit Senkung und Inkontinenz im Bethesda Krankenhaus Bergedorf (BKB) im Rahmen eines TÜV-zertifizierten Behandlungspfades behandelt.

(Hamburg/Bergedorf) Harninkontinenz, Stuhlinkontinenz und Beckenbodensenkung sind in der Gesellschaft immer noch ein Tabu-Thema. Seit Mitte 2012 werden alle Patientinnen mit Senkung und Inkontinenz im Bethesda Krankenhaus Bergedorf (BKB) im Rahmen eines TÜV-zertifizierten Behandlungspfades behandelt. In dieser Zeit wurden mehr als 130 Patientinnen wegen Senkung und/oder Inkontinenz operativ behandelt. Hinzu kommen noch einmal genauso viele Patientinnen, welche während der Beckenbodensprechstunde untersucht und konservativ (nicht operativ) behandelt wurden.

Nun wurden die strengen Bedingungen des Behandlungspfades in einem ersten Überwachungsaudit durch die Firma GSG Consulting aus Dortmund überprüft. Dabei wurde festgestellt, dass das „Interdisziplinäre Kontinenz- und Beckenbodenzentrum Bergedorf“ in allen Bereichen die hohen Normen des Behandlungspfades erfüllt. „Unser Ziel ist es, die Leistungen der Frauenklinik stetig zu verbessern und den neusten medizinischen Standard anzubieten. Daher freuen wir uns besonders über dieses gute Ergebnis“, so Dr. André Motamedi, Chefarzt der Frauenklinik im BKB. Darüber hinaus wurde im Februar dieses Jahres die intravesikale Botox-Injektion bei Frauen mit überaktiver Blase zugelassen. Damit steht nach Versagen anderer medikamentöser Therapien nun eine weitere Therapie-Option zur Verfügung. 100 IE (internationale Einheiten) Botox werden per Blasenspiegelung in 20-30 kleinen Portionen in den Harnblasenmuskel injiziert. Der quälende Drang verschwindet so für 9-12 Monate. Auch diese Patientinnen werden im Rahmen des TÜV-zertifizierten Behandlungspfades „Rekonstruktive Beckenbodenchirurgie und operative Behandlung der Harninkontinenz“ im Bethesda behandelt.

 

Durch Tabuisierung kann Inkontinenz zu sozialer Isolation und Einsamkeit führen. Meist gehen die Betroffenen erst nach einem langen Leidensweg zum Arzt. In Deutschland leiden rund vier Millionen Frauen an Harninkontinenz. Nach einer Geburt tritt bei fast jeder zweiten Frau eine Beckenbodenschwäche oder -senkung auf. Da sich die Symptome häufig nicht eindeutig zuordnen lassen oder kombinierte Störungen vorliegen, erspart das Interdisziplinäre Kontinenz- und Beckenbodenzentrum Bergedorf den Patientinnen lange Wege. „Eine Behandlung erfolgt bei uns fachübergreifend durch Uro-Gynäkologen und Chirurgen – bei Bedarf werden auch Innere, Urologie und Radiologie konsultiert“, so Dr. Motamedi.

Ende 2011 wurde das Interdisziplinäre Kontinenz- und Beckenbodenzentrum Bergedorf gegründet. Ein Jahr später gelang es den Fachärzten des BKB den Behandlungspfad als erste Klinik in Norddeutschland vom TÜV zertifizieren zu lassen. Das gute Abschneiden der Überprüfung spricht für den Erfolg des Beckenbodenzentrums. Das BKB ist dabei Teil eines deutschlandweiten Verbands von 16 Krankenhäusern. Der von Experten festgelegte Musterpfad bildet die Grundlage für Diagnostik und Therapie der Harninkontinenz und wird in jährlichen Qualitätszirkeln unter interdisziplinärer Beteiligung von Chirurgen, Urologen und Gynäkologen weiterentwickelt. Arzt, Pflege, Physiotherapie, Sozialdienst, Administration – alle beteiligten Berufsgruppen werden beim BKB in den Behandlungspfad integriert. Dadurch wird der Ablauf der Behandlung transparenter und die Kommunikation verbessert.

Ansprechpartner Frauenklinik BKB:

Chefarzt Dr. André Motamedi

Telefon: 040/72554-1220

Fax: 040/72554-1222

E-mail: frauenklinik(at)bkb.info

Weitere Informationen unter www.Klinik-Bergedorf.de