Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift

Krankenhaus Reinbek implantiert als erstes in Norddeutschland neues Herzschrittmacher-System

Eine neue, vierpolige Elektrode zur Kardialen Resynchronisation gibt Ärzten im St. Adolf-Stift mehr Optionen beim Einsatz spezieller Schrittmacher

Im Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift wurde am Dienstag (19.3.2013) die erste vierpolige Elektrode zur Behandlung einer schweren Herzschwäche mittels eines Schrittmachersystems zur Kardialen Resynchronisationstherapie (CRT) eingepflanzt. Damit gehört die Kardiologie in Reinbek in Norddeutschland zur ersten und auch weltweit zu einer der ersten Kliniken, die mit der neuen Elektrode arbeiten.


Der 71-jährige Patient aus Hamburg-Bergedorf litt an einer schweren Herzschwäche. Weil die Pumpleistung des Herzens zu schwach und darüber hinaus asynchron war, litt Diethelm T. zunehmend unter starkem Luftmangel und begab sich in die Hände von Prof. Herbert Nägele, dem Leitenden Oberarzt der Kardiologie am St. Adolf-Stift. Gemeinsam mit seinem Team setzte der Kardiologe am Dienstag die neu zugelassene Elektrode zusammen mit einem Defibrillator, der zugleich auch als Herzschrittmacher fungiert, in die Brust des Herzkranken ein.


Die neue ATTAIN PERFORMA®-Elektrode des Herstellers Medtronic ist ein dünnes Bündel hauchfeiner Leitungen, die den CRT-Defibrillator, der in der Nähe des Schlüsselbeins implantiert wird, mit dem Herzen des Patienten verbinden. Die Neuerung erlaubt es dem Arzt, aus 16 verschiedenen Arten der Herzstimulation die für den Patienten optimale auszuwählen. In Kombination mit einer speziellen Software unterstützt die neue Elektrode zudem ein Optimierungsprogramm, das diese Auswahl automatisch in weniger als drei Minuten vornimmt.


„Bei der Behandlung von schwer herzinsuffizienten Patienten haben wir mit der neuen Elektrode ein Werkzeug zur Hand, das uns zusätzliche Möglichkeiten gibt. In Verbindung mit dem passenden Schrittmachersystem lässt sich die Behandlung viel schneller und einfacher als bisher optimieren. Das ist gut für den Patienten und entlastet unseren klinischen Alltag“, sagte Prof. Nägele im Anschluss. Mit den bisherigen Systemen war es manchmal notwendig, Elektroden noch einmal operativ zu korrigieren. Dies war mit zusätzlichen Belastungen für den Patienten verbunden.


„Weil die neuen vierpoligen Elektroden eine individuellere Einstellung ermöglichen, bin ich der festen Überzeugung, dass in naher Zukunft nur diese Elektroden genutzt werden“, schätzt der erfahrene Kardiologe.
Patient Diethelm T. freut sich über das neuartige Schrittmacher-System: „Gestern wurde ich noch operiert, heute merke ich schon, dass mir das Gehen viel leichter fällt, weil mein Körper einfach vom Herzen viel besser mit Sauerstoff versorgt wird.“


Gut für die Patienten ist auch die Gestaltung der Elektrode. Sie ist in drei verschiedenen Formen erhältlich, mit denen sich die unterschiedlichen Anatomien der Gefäße berücksichtigen lässt, durch welche die Elektrode ihren Platz links außen am Herzen erreicht.
Die neue CRT-Elektrode des Herstellers Medtronic ist im März in Europa zugelassen worden und hat die CE (Conformité Européenne)-Kennzeichnung erhalten.

 


Hintergrundinformationen
Herzkrankheiten und Kardiologie in Reinbek
Aufgrund der besseren medizinischen Versorgung und der steigenden Lebenserwartung in den Industrieländern nehmen Herz-Kreislauf-Erkrankungen insgesamt zu. Die Wahrscheinlichkeit, daran zu sterben hat sich in den vergangenen 100 Jahren von 10 auf 50 Prozent verfünffacht. Neben der Gabe von Medikamenten haben die so genannten invasiven Therapien in der Kardiologie immer mehr Bedeutung erlangt. So werden pro Jahr rund 350 Herzschrittmacher und Defibrillatoren (Unterschied s.u.) im Reinbek implantiert. Der Leitende Oberarzt Prof. Herbert Nägele verfügt über eine besondere Ermächtigung der Kassenärztlichen Vereinigung, Patienten ambulant nachsorgen zu dürfen.


Die Medizinische Klinik des Krankenhauses Reinbek St. Adolf-Stift unter Leitung von Prof. Dr. Stefan Jäckle genießt überregional eine hohe Reputation bei der Behandlung von Patienten, die unter einer Herzinsuffizienz und anderen Herzproblemen leiden wie zu hohen Blutdruck, unklaren Brustschmerzen oder einem Herzinfarkt. Um gerade Patienten mit diffusen Beschwerden rasch und zielgerichtet zu diagnostizieren, gibt es seit einigen Jahren im St. Adolf-Stift eine so genannte Chest Pain Unit. Falls ein Infarkt befürchtet wird, steht an 365 Tagen rund um die Uhr ein Herzkatheterlabor samt Spezialisten bereit, um das Leben der Patienten zu retten.


Unterschied zwischen Defibrillator und Herzschrittmacher:
Ein Herzschrittmacher unterstützt das Herz dabei, im gleichmäßigen Takt zu schlagen. Bei schwerer Herzschwäche besteht zusätzlich die Gefahr von lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen. Dann wird ein Schrittmacher mit einer Zusatzfunktion implantiert, der das Kammerflimmern im richtigen Moment mit einem Elektroschock unterbricht und so einen plötzlichen Herztod verhindert. Diese Art nennt man Defibrillator. So ein System wurde hier verwendet.
 
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