Albertinen-Krankenhaus

Tag gegen den Schlaganfall am 10. Mai: Depression nach Schlaganfall erkennen und behandeln!

Ein Schlaganfall kann neben zum Teil erheblichen körperlichen und geistigen Einschränkungen auch psychische Folgen nach sich ziehen. Darauf macht anlässlich des Tages gegen den Schlaganfall Dr. Walter Sick, Chefarzt der Klinik für Neurologie im Hamburger Albertinen-Krankenhaus aufmerksam.

Ein Schlaganfall kann neben zum Teil erheblichen körperlichen und geistigen Einschränkungen auch psychische Folgen nach sich ziehen. Darauf macht anlässlich des Tages gegen den Schlaganfall Dr. Walter Sick, Chefarzt der Klinik für Neurologie im Hamburger Albertinen-Krankenhaus aufmerksam: „Eine Depression nach einem Schlaganfall, die sog. Poststroke Depression, erleiden ca. ein Drittel aller Schlaganfallpatienten.“ Es handele sich also keineswegs um eine zu vernachlässigende Zahl von Betroffenen, so der Mediziner weiter, der Facharzt für Neurologie und Psychiatrie ist. Als Ursache für die Depression sei sowohl die Reaktion auf die erfahrenen körperlichen wie geistigen Einschränkungen möglich wie auch eine Veränderung des Gefühlslebens durch die erlittene Hirnschädigung.

„Wichtig ist, dass eine Depression in der Folge eines Schlaganfalls erkannt und auch behandelt wird“, so Sick. Die Symptome der Poststroke Depression ähnelten denen einer herkömmlichen Depression: Traurigkeit, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen und ein geringes Selbstwertgefühl gehörten dazu. „Werden diese Symptome über einen längeren Zeitraum als zwei Wochen beobachtet, sollte die Möglichkeit einer Depression in Betracht gezogen werden.“ Allerdings sei auch nicht jede Niedergeschlagenheit und Trauer nach einem Schlaganfall gleich als Hinweis auf eine Depression zu deuten, so Sick weiter. „Ein schwerer Schlaganfall ist ein extrem einschneidendes Ereignis für den Betroffenen und seine Angehörigen, das erst einmal verarbeitet werden muss. Vielen Patienten gelingt es mit Hilfe von Angehörigen und Freunden, sich auf die veränderte Situation einzustellen und neuen Lebensmut zu gewinnen. Denjenigen, die eine Poststroke Depression ausbilden, können wir medizinisch helfen.

Als Therapie stehen Antidepressiva zur Verfügung, die nach neuesten  Erkenntnissen neuroprotektiv (hirnsubstanzschützend) wirken und die Erholung der motorischen Funktionen beschleunigen. „Poststroke Depression ist behandelbar – nur dafür muss man sie zunächst auch erkennen“, so Sick abschließend.