DIE FREIEN

Weihbischof Jaschke spricht auf dem fünften Frühjahrsempfang: Welchen Mehrwert bieten die DIE FREIEN?

Bereits zum fünften Mal lud der Klinikverband DIE FREIEN am 26. März 2013 zum Frühjahrsempfang. Rund 120 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Krankenkassen und Klinikmanagement fanden den Weg in die Plangesche Villa – dieses Mal jedoch vor ungewöhnlich winterlicher Kulisse. „Ich hoffe, Sie haben alle einen Platz für Ihre Langlaufskier gefunden“, begrüßte der Vorstandsvorsitzende Werner Koch die Gäste, was dann doch von Beginn an für warme Stimmung im Veranstaltungsraum sorgte. Ehrengast war Dr. Hans-Jochen Jaschke, Weihbischof des Erzbistums Hamburg. In seinem Impulsvortrag stellte er den Mehrwert von freigemeinnützigen und insbesondere christlichen Krankenhäusern heraus.

„Der Patient an sich steht in christlichen Krankenhäusern im Vordergrund“, so eine der zentralen Aussagen des Weihbischofs. Natürlich müsse auch ein konfessionelles Krankenhaus schwarze Zahlen schreiben, aber wesentlich sei, dass in christlichen Häusern die Menschlichkeit und nicht der Profit im Mittelpunkt steht. Dies werde unter anderem daran deutlich, dass hier besonderer Wert auf Gastfreundlichkeit, die persönliche Zuwendung und die Fürsorge gelegt wird, um der Anonymität im Krankenhaus entgegen zu wirken. Ein weiterer Fokus liegt in christlichen  Häusern auf der Seelsorge, die allerdings in Zeiten von Pluralismus und Relativismus nicht mehr rein konfessionsorientiert stattfinden könne. Dennoch verschreiben sich zum Beispiel katholische Krankenhäuser allgemeinen katholischen Grundsätzen, wie etwa dem Dienst am Leben oder der Hilfe für jeden Patienten.

In diesem Zusammenhang äußerte sich Jaschke auch zur aktuellen Diskussion um Ethik in katholischen Krankenhäusern. Hintergrund waren die Vorfälle rund um die Unsicherheiten zweier katholischer Krankenhäuser zur „Pille danach“ in Köln Ende letzten Jahres. „Heilung und Hilfe darf, soll und muss nicht im Widerspruch mit der christlichen Tradition stehen“, betonte Jaschke. In christlichen Häusern sei Ethik allerdings oftmals eine echte Herausforderung, die es in Zukunft noch besser zu bewältigen gelte.

Zum Schluss kam noch einmal Werner Koch zu Wort und nahm ebenfalls Stellung zu den Geschehnissen in Köln. Er wies darauf hin, dass Menschen oft schnell Kritik üben und dabei nicht selten die Motive und die Leistungen der freigemeinnützigen Krankenhäuser für das Allgemeinwohl übersehen: „Fehler werden gemacht, aber wir geben alles was wir können, um den Menschen nahe zu sein“, fasste Koch zusammen.

Beim anschließenden Get-Together wurde den eisigen Temperaturen durch angeregte Diskussionen über die Themen des Abends getrotzt.